Die Ultraschall Therapie wird schon seit vielen Jahren sowohl für...
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In der modernen Sportmedizin und der orthopädischen Rehabilitation markiert der Einzug robotergestützter Trainingssysteme eine Zäsur, die die Grenzen zwischen Diagnostik und Therapie neu definiert. Die moderne Physiotherapie steht vor der Herausforderung, Rehabilitationsprozesse objektiv messbar und gleichzeitig sicher zu gestalten. Das Kineo-System von Globus adressiert dieses Bedürfnis durch eine computergestützte Lastregelung, die herkömmliche Trainingsmethoden wie Isotonik und Isokinetik in einer einzigen, robotergestützten Station vereint.
Das System basiert auf einer hochfrequenten Lastregelung (500 Kontrollen/Sekunde), die eine Interaktion zwischen Mensch und Maschine in Echtzeit ermöglicht.
Isotonisches Training mit dem Kineo Trainingssystem. Es ist möglich, für die konzentrische und exzentrische Phase unterschiedliche Gewichte zu nutzen.
Der nächste Entwicklungsschritt in Rehabilitation und Training
Die isotonische Methode ist die am häufigsten angewandte Form des Krafttrainings. In der konventionellen Mechanik bleibt die Gewichtskraft (Fg = m · g) über den gesamten Bewegungsweg konstant. Das Kineo-System transformiert diesen analogen Prozess in ein digitales Managementmodell.

Ein entscheidender technischer Vorteil gegenüber herkömmlichen Trainingsgeräten ist das Management der Trägheit (Inertia). Bei herkömmlichen Massen führt die Beschleunigung zu einer zusätzlichen Kraftkomponente (Fa = m · a), was die Last zu Beginn der Bewegung unkontrolliert erhöht. Das Kineo-System kann diese Effekte im „No Inertia“ (NIT) Modus eliminieren. Dies stellt sicher, dass die mechanische Spannung während der gesamten kinetischen Kette absolut konstant bleibt, was besonders in der frühen postoperativen Phase, etwa nach einer Kreuzbandrekonstruktion (VKB), zur Gelenkschonung beiträgt.
Neben der Multistation ist seit einiger Zeit mit der Kineo Leg Press auch eine eigenständige Beinpresse verfügbar.
Biphasische Last (Eccentric Overload)
Physiologisch kann der menschliche Körper in der exzentrischen Phase (nachgebende Kontraktion) deutlich höhere Kräfte generieren als in der konzentrischen Phase. Kineo nutzt diese biologische Gegebenheit und ermöglicht es, für beide Phasen unabhängige Lastwerte zu definieren. Mathematisch lässt sich die mechanische Leistung P dabei wie folgt darstellen: P = F · v. Durch die Erhöhung der exzentrischen Last kann die neuromuskuläre Rekrutierung maximiert werden, ohne die metabolische Belastung überproportional zu steigern.
Mit / ohne Trägheit
Durch den Verzicht auf physikalische Massen wird die Belastung rein elektronisch generiert. Dies eliminiert unkontrollierte Beschleunigungsspitzen und ermöglicht ein hochpräzises Training selbst bei explosiven Bewegungen.
Das Kineo Trainingssystem ermöglicht auch ein isometrisches Training. Eingesetzt wird diese Trainingsform vor allem in der funktionellen Rehabilitation.
Präzise Diagnostik und schmerzfreie Rehabilitation
Die isometrische Methode basiert auf statischer Muskelkontraktion, die eine Krafterhöhung in den Sehnen ohne Gelenkverschiebung bewirkt. Dies ist die Basis für die funktionelle Rehabilitation bei Zuständen, in denen eine dynamische Belastung kontraindiziert ist.

Im Gegensatz zu traditionellen Methoden erlaubt Kineo die Erfassung des Drehmoments an spezifischen Gelenkwinkeln und bietet ein visuelles Biofeedback auf dem TOUCH-Monitor.
Echtzeit Kraft- und Arbeitswinkelkontrolle
Therapeuten können den Arbeitswinkel präzise festlegen, um gezielt in schmerzfreien Räumen zu trainieren. Die Kraftkurvenanalyse hilft dabei, Schmerzpunkte oder neuronale Hemmungen exakt zu detektieren.
RFD: Neuromuskuläre Aktivierung testen
Ein kritischer Parameter für die Rehabilitation ist die Rate of Force Development (RFD), also die Steilheit des Kraftanstiegs. Die Intervalle T30, T50, T90 und T100 geben Aufschluss über die Explosivkraft und die Qualität der neuromuskulären Ansteuerung nach operativen Eingriffen.
Bei der elastischen Methode ändert sich das Gewicht bei Ausdehnung eines elastischen Elements. Mit dem Kineo System kann ein Training an Trainingsbändern simuliert werden.
Digitale Simulation elastischer Widerstände
In der klassischen Physik folgt ein elastischer Widerstand dem Hookeschen Gesetz: F = k · Δx. Das Kineo-System emuliert dieses Verhalten digital, ohne den materiellen Limitationen von Gummibändern zu unterliegen.

Präzise Lastprogrammierung
Während bei herkömmlichen Bändern die Veränderung der Arbeitslast umständlich ist, erlaubt Kineo die digitale Definition von Start- und Endlast.
Phasenspezifische Lastanpassung
Die elastische Charakteristik kann mit der biphasischen Last kombiniert werden, um beispielsweise Landephasen im Sprungtraining gezielt zu dämpfen oder zu verstärken.
Unterwassertraining wird universell zur Prävention und funktionellen Rehabilitation eingesetzt. Mit der Viskositäts-Methode wird die Dichte unterschiedlicher Flüssigkeiten simuliert.
Hydrotherapie im Trockentraining
Die „Smart Viscous“-Methode simuliert den Widerstand einer Flüssigkeit. Die mechanische Eigenschaft der Viskosität bedeutet, dass die Gegenkraft Fv proportional zum Quadrat der Geschwindigkeit v ansteigt: Fv ∝ v².


Gelenkstabilisierung & Schmerzvorbeugung
Da die Last bei einem Bewegungsstopp sofort auf null sinkt, bietet diese Methode ein Höchstmaß an Sicherheit. Sie ist ideal für Patienten mit akuten Schmerzsyndromen oder Kinesiophobie, da sie darauf ausgelegt ist, schmerzfreie Bewegungsabläufe zu unterstützen.
Supramaximales exzentrisches Training
Im Hochleistungssport ermöglicht dies ein Training mit extrem hohen exzentrischen Lasten. Wenn der Athlet die Geschwindigkeit nicht halten kann, reduziert das System die Last automatisch, was Verletzungen durch Überlastung praktisch ausschließt.
Die isokinetische Methode ist der wissenschaftliche Goldstandard für die Kraftmessung und kann in offenen und geschlossenen kinetischen Ketten angewandt werden.
Isokinetik ist gekennzeichnet durch eine konstante Geschwindigkeit (v = const), unabhängig von der aufgebrachten Kraft. Dies erlaubt eine präzise Leistungsdiagnostik und „Return to Play“-Tests.

Besondere Merkmale bei Kineo:
– Die Last passt sich dynamisch an die vom Patienten aufgebrachte Kraft an.
– Absolute Sicherheit: Bei Schmerz oder Bewegungsstopp sinkt die Last sofort auf null.
– Biphasische Kombinationen: z. B. konzentrisch isokinetisch und exzentrisch isotonisch.
Vielseitige Diagnostik
Das System ermöglicht bipodale und monopodale Tests zur Identifikation von muskulären Dysbalancen. Mit Stationen wie Leg Extension, Squat und Pulley können sowohl offene als auch geschlossene kinetische Ketten trainiert werden.
Optimale Kraftkurven ohne „Sticking Point“
Ein biomechanisches Problem beim herkömmlichen Training ist der „Sticking Point“ – der Punkt im Bewegungsradius, an dem der mechanische Hebelarm am ungünstigsten ist.
Die Variable Laststeuerung (VLC) von Kineo erlaubt es, die Lastkurve digital zu manipulieren:
Diese granulare Steuerung schützt Gelenke nach Operationen (z. B. Meniskusnaht) vor Überbelastung, während in sicheren Bereichen ein optimaler Hypertrophiereiz gesetzt werden kann.

| Methode | Technisches Prinzip | Zielgruppe |
|---|---|---|
| Isokinetik | v = const | Leistungsdiagnostik, Return to Play |
| Viskosität | Fv ∝ v² | Schmerzpatienten, akute Reha |
| Variable Last | Winkelabhängige Anpassung | Gezielter Muskelaufbau bei Gelenkschäden |
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