Tachykardie- und Dysautonomie-Symptome mildern mit Nurosym - Ein Kunde berichtet...
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Was ist Plantarfasziitis? Die Plantarfasziitis ist eine überlastungsbedingte, degenerative Veränderung der Plantaraponeurose am Ursprung des medialen Tuber calcanei. Histologisch zeigt sich nicht primär eine Entzündung, sondern eine angiofibroblastische Hyperplasie mit Kollagendegeneration — weshalb der Begriff „Plantarfasziose“ pathologisch präziser wäre [3]. Klinisch dominiert der belastungsabhängige Anlaufschmerz am medialen Fersenbein, typischerweise verstärkt bei den ersten Schritten am Morgen.
Der radiologisch sichtbare plantare Kalkaneussporn (Fersensporn) ist ein häufiger Zufallsbefund — bis zu 50 % der asymptomatischen Bevölkerung weisen ihn auf [4]. Ein Fersensporn allein ist weder hinreichend noch notwendig für die Diagnose. Für die Indikationsstellung zur Stoßwellentherapie ist daher die klinische Symptomatik und nicht der Röntgenbefund ausschlaggebend.
In Ihrer Praxis werden Sie die Plantarfasziitis gehäuft bei folgenden Patientengruppen sehen:
Die extrakorporale Stoßwellentherapie nutzt akustische Druckwellen mit extrem kurzer Anstiegszeit und hohen Spitzendrücken (bis 100 MPa), die gezielt in das betroffene Gewebe eingeleitet werden. Die therapeutischen Wirkmechanismen sind heute besser verstanden als noch vor einem Jahrzehnt:
Mechanotransduktion und Geweberegeneration: Die mechanischen Impulse aktivieren auf zellulärer Ebene Signalkaskaden, die zur Freisetzung von Wachstumsfaktoren führen — insbesondere VEGF (Vascular Endothelial Growth Factor) und TGF-β1. In einer kontrollierten Studie wiesen Wang et al. eine signifikant erhöhte Neovaskularisation im Bereich des Plantarfaszien-Ursprungs nach ESWT nach [7].
Schmerzmodulation: Stoßwellen reduzieren die Konzentration des Neuropeptids Substanz P im behandelten Gewebe und beeinflussen die nozizeptive Signalweiterleitung. Hausdorf et al. zeigten in einem tierexperimentellen Modell eine selektive Degeneration sensorischer Nervenfasern nach fokussierter ESWT, die zur langfristigen Schmerzreduktion beiträgt [8].
Auflösung von Kalzifizierungen: Bei begleitenden Kalzifizierungen kann fokussierte ESWT zur mechanischen Fragmentation beitragen — ein Effekt, der besonders bei der Tendinosis calcarea der Schulter gut belegt ist und auch am Kalkaneus beobachtet wird [9].
Die Stoßwellentherapie wirkt nicht über eine einzelne Kaskade, sondern über die Kombination aus mechanischer Stimulation, biologischer Regenerationsantwort und neuraler Modulation — das unterscheidet sie grundlegend von rein passiv-thermischen Verfahren.
In der Praxis stehen zwei physikalisch unterschiedliche Verfahren zur Verfügung:
| Parameter | Fokussierte ESWT (fESWT) | Radiale ESWT (rESWT) |
|---|---|---|
| Erzeugung | Elektrohydraulisch, elektromagnetisch oder piezoelektrisch | Ballistisch (pneumatisch beschleunigtes Projektil) |
| Energiemaximum | In definierter Gewebetiefe (Fokuszone) | An der Hautoberfläche, nimmt zur Tiefe ab |
| Eindringtiefe | Bis 12 cm | 3–4 cm |
| Behandlungsareal | Punktuell, hochpräzise | Breiter, divergent |
| GKV-Erstattung | Ja (seit 2019) | Ja (seit 2019) |
Ein Cochrane Review von 2005 fand initial nur für die fokussierte ESWT ausreichende Evidenz [10]. Seitdem hat sich die Studienlage für die radiale Stoßwelle jedoch deutlich verbessert. Ein 2017 publizierter RCT von Lohrer et al. im American Journal of Sports Medicine zeigte für die rESWT eine signifikante Überlegenheit gegenüber Placebo (p < 0,01 für den Composite-Score nach 12 Wochen) [11]. Beide Verfahren werden heute als evidenzbasiert für die Plantarfasziitis angesehen.
Für Ihre Praxis bietet CardioVibe sowohl fokussierte als auch radiale Systeme: Das BTL-6000 FSWT für fokussierte Stoßwellen oder den Gymna Shockmaster 500 als leistungsstarkes radiales System. Einen Überblick über alle Geräte finden Sie in der Stoßwellengeräte-Kategorie.
Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) analysierte in seinem Abschlussbericht N15-06 insgesamt 29 randomisierte kontrollierte Studien zur ESWT bei Fersenschmerz [12]. Die zentrale Schlussfolgerung: Es gibt einen Anhaltspunkt für einen Nutzen der ESWT bei der plantaren Fasziitis im Vergleich zu Placebo. Dieser Bericht bildete die Grundlage für den Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) im November 2018, die ESWT als GKV-Leistung aufzunehmen — wirksam seit Januar 2019.
Die Erstattungsbedingungen im Überblick:
Eine umfassende Metaanalyse von Sun et al. (2020) mit 27 RCTs und über 2.700 Patienten bestätigte eine signifikante Schmerzreduktion durch ESWT gegenüber Placebo (standardisierte Mittelwertdifferenz: –1,18; 95 % KI: –1,65 bis –0,71; p < 0,001) [13]. Die Effektstärke war sowohl für fokussierte als auch radiale Stoßwellen statistisch signifikant.
Besonders bemerkenswert sind die Langzeitdaten: Gerdesmeyer et al. konnten in ihrer 12-Monats-Nachuntersuchung zeigen, dass die Erfolgsrate der fokussierten Niederenergie-ESWT von 72 % nach 3 Monaten auf 88 % nach 12 Monaten anstieg — ein Hinweis darauf, dass die biologischen Reparaturprozesse über Monate anhalten [14]. Dies sollten Sie Ihren Patienten explizit kommunizieren: Die volle Wirkung zeigt sich oft erst Wochen bis Monate nach der letzten Sitzung.
ESWT vs. Kortisoninjektionen: Kurzfristig (4–8 Wochen) zeigen beide Verfahren vergleichbare Ergebnisse. Langfristig ist die ESWT überlegen, da Kortison-assoziierte Risiken entfallen — insbesondere die Plantarfaszienruptur (Inzidenz nach Kortisoninjektion: 2–3 %) und die Fettgewebsatrophie des plantaren Polsters [15]. Die aktuelle NICE-Leitlinie empfiehlt daher maximal 2 Kortisoninjektionen vor dem Wechsel auf ESWT.
ESWT vs. PRP (plättchenreiches Plasma): Eine Netzwerk-Metaanalyse von Li et al. (2019) ergab bei einzelnen Zeitpunkten leichte Vorteile für PRP gegenüber ESWT in der Schmerzreduktion [16]. PRP ist jedoch invasiver, teurer und in Deutschland keine GKV-Leistung. Für Praxen mit hohem Patientenvolumen ist die ESWT daher oft die pragmatischere Wahl.
ESWT als Add-on: Die besten Outcomes zeigen Studien, die ESWT mit exzentrischen Dehnungsübungen der Plantarfaszie und Wadenmuskulatur kombinieren. Rompe et al. demonstrierten, dass die Kombination aus rESWT und spezifischem Stretching-Programm einer alleinigen ESWT nach 4 Monaten signifikant überlegen war (74 % vs. 51 % Erfolgsrate) [17].
Basierend auf den aktuellen Empfehlungen der International Society for Medical Shockwave Treatment (ISMST) und der publizierten Evidenz stellen wir zwei praxiserprobte Protokolle vor:
| Parameter | Empfehlung |
|---|---|
| Sitzungen | 3–5 (GKV: max. 3) |
| Intervall | 7–14 Tage |
| Impulse pro Sitzung | 2.000–2.500 |
| Druck | 2,5–4 bar (schrittweise steigern) |
| Frequenz | 8–12 Hz |
| Applikator | 15 mm Standard-Applikator |
| Koppelmedium | Ultraschallgel (großzügig) |
| Behandlungsdauer | Ca. 10–15 Minuten je Fuß |
Durchführung: Patient in Bauchlage, Fuß über das Liegenende hängend. Schmerzpunkt durch Palpation des medialen Kalkaneus-Ursprungs identifizieren. Applikator mit gleichmäßigem Druck aufsetzen und in kreisenden Bewegungen über den maximalen Schmerzpunkt und die angrenzende Faszie führen. Energiedichte in den ersten 200–300 Impulsen langsam steigern, um die Verträglichkeit zu testen.
| Parameter | Empfehlung |
|---|---|
| Sitzungen | 3 (nach ISMST-Konsensus) |
| Intervall | 7 Tage (± 2 Tage) |
| Impulse pro Sitzung | 1.500–2.000 |
| Energieflussdichte | 0,08–0,25 mJ/mm² (Niedrig- bis Mittelenergie) |
| Frequenz | 3–5 Hz |
| Fokustiefe | 10–15 mm (Faszie am Kalkaneus) |
| Behandlungsdauer | Ca. 15–20 Minuten je Fuß |
Praxistipp: Bei Patienten mit sehr ausgeprägter Schmerzempfindlichkeit kann für die erste Sitzung eine niedrigere Energiedichte (0,08 mJ/mm²) gewählt werden, die ab Sitzung 2 auf den therapeutischen Bereich gesteigert wird. Eine Lokalanästhesie wird gemäß der aktuellen ISMST-Empfehlungen nicht empfohlen, da sie den therapeutischen Effekt signifikant reduzieren kann [18].
Die Stoßwellenbehandlung entfaltet ihr volles Potenzial in Kombination mit einem strukturierten Begleitprogramm:
Nicht jeder Patient mit Fersenschmerz ist ein idealer Kandidat für die Stoßwellentherapie. Eine sorgfältige Patientenselektion verbessert Ihre Erfolgsquoten erheblich.
Folgende Faktoren sind mit einem besseren Ansprechen auf die ESWT bei Plantarfasziitis assoziiert:
Die Wahl des richtigen Stoßwellengeräts hängt von Ihrem Praxisprofil, dem Patientenaufkommen und dem geplanten Indikationsspektrum ab:
Für den Einstieg in die Stoßwellentherapie eignet sich das TensCare Shockwave mit radialer Technologie — kompakt, intuitiv bedienbar und mit einem breiten Druckbereich von 1–5 bar für verschiedene Indikationen.
Für etablierte Praxen mit breitem Indikationsspektrum bieten die EME Shock Med und EME Shock Med SP Serie optimierte Benutzeroberflächen mit vordefinierten Protokollen für die häufigsten muskuloskelettalen Indikationen.
Für sportmedizinische Schwerpunktpraxen sind die Gymna Shockmaster 500 oder der Primo Radial Shockwave mit ihren leistungsstarken radialen Applikatoren eine ausgezeichnete Wahl.
Wenn Sie zusätzlich fokussierte Stoßwellen anbieten möchten, ermöglicht das BTL-6000 FSWT die präzise Behandlung in definierten Gewebetiefen — besonders wertvoll bei tief liegenden Pathologien und bei der Tendinosis calcarea der Schulter als Zweitindikation.
Die aktuelle Evidenz und die GKV-Vorgaben empfehlen 3 Sitzungen im Abstand von 7–14 Tagen. In der privatärztlichen Praxis können bei Bedarf bis zu 5 Sitzungen durchgeführt werden. Der therapeutische Effekt setzt oft erst 4–12 Wochen nach der letzten Sitzung vollständig ein [14].
Die Behandlung kann während der Applikation als unangenehm empfunden werden, besonders in den ersten 200–300 Impulsen. Die Intensität wird individuell an die Schmerztoleranz angepasst. Eine Lokalanästhesie wird nach aktueller ISMST-Empfehlung nicht empfohlen, da sie den therapeutischen Effekt reduziert [18]. Die meisten Patienten beschreiben den Schmerz als gut tolerierbar.
Seit Januar 2019 ist die ESWT bei therapieresistenter Plantarfasziitis eine GKV-Leistung. Voraussetzung: Beschwerden seit mindestens 6 Monaten und Nachweis erfolgloser konservativer Therapie. Die Kasse übernimmt maximal 3 Sitzungen pro Fuß und Krankheitsepisode [12].
Beide Verfahren sind evidenzbasiert und wirksam. Die radiale ESWT ist in der Praxis häufiger im Einsatz, kostengünstiger und für das breite Indikationsspektrum vielseitiger. Die fokussierte ESWT bietet Vorteile bei tief liegenden Befunden und hoher Präzisionsanforderung. Für die Plantarfasziitis allein sind die Unterschiede in den Outcomes gering [11].
Die häufigsten Nebenwirkungen sind vorübergehende Schmerzverstärkung (24–48 Stunden), lokale Rötung und selten Hämatome. Schwerwiegende Komplikationen sind in der Literatur bei leitliniengerechter Anwendung nicht beschrieben. Die ESWT gilt als eines der nebenwirkungsärmsten Verfahren in der muskuloskelettalen Medizin [12].
Die Stoßwellentherapie bei Plantarfasziitis ist heute eines der am besten evidenzbasierten nicht-invasiven Verfahren in der muskuloskelettalen Medizin. Mit der GKV-Erstattung seit 2019, Langzeit-Erfolgsraten von über 80 % und einem günstigen Nebenwirkungsprofil ist sie für viele Praxen eine sinnvolle Erweiterung des Therapiespektrums. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der sorgfältigen Patientenauswahl, standardisierten Protokollen und der Kombination mit exzentrischen Dehnungsübungen.
Sie möchten die Stoßwellentherapie in Ihrer Praxis anbieten oder Ihr bestehendes Gerät ergänzen? Entdecken Sie die gesamte Auswahl an Stoßwellengeräten bei CardioVibe — von kompakten Einstiegsgeräten bis zu leistungsstarken Profi-Systemen.
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