Lasertherapie in der Tiermedizin

Die Lasertherapie wird von Tierärzten und Tierphysiotherapeuten auf der ganzen Welt, als effektive Behandlungsform bei unterschiedlichsten Erkrankungen und Schmerzzuständen von Klein- und Großtieren genutzt.

Für kaum eine andere Therapieform gibt es so viele wissenschaftliche Dokumentationen in der Tiermedizin, wie für die Lasertherapie. Insgesamt wurden über 1000 Studien veröffentlicht. Im Pferdesport setzen Tierärzte und Tierphysiotherapeuten die Low Level Laser Therapy (LLLT) / Photobiomodulation (PBM) ein, um die Heilungsprozesse der Tiere zu beschleunigen.

Die Lasertherapie eignet sich bei Pferden auch hervorragend zur Entspannung, vor allem aber zur Schmerzlinderung, als Ergänzung/Ersatz für klassische Behandlungsmethoden.

Lasertherapie bei Hunden

Aber auch für Hunde, Katzen und andere Haustiere, kann die Lasertherapie mit entsprechenden LLLT Geräten sehr gut eingesetzt werden. Genau wie bei Arzneimitteln, muss die Dosierung der insgesamt abgegebenen Laserleistung, an die Größe und den Typ des zu behandelnden Tieres angepasst werden.

In den letzten Jahren hat der Einsatz von therapeutischen Lasern zur Behandlung unterschiedlichster Erkrankungen in der Tiermedizin exponentiell zugenommen. Die vielen klinischen Fallstudien und systematischen Studienergebnisse, belegen die Effektivität einer Lasertherapie für den Einsatz in der Veterinärmedizin.

Die nachfolgende Auflistung beschreibt das Einsatzgebiet der Lasertherapiegeräte für Tiere:
• Hautwunden
• Sehnen- und Bandverletzungen
• Bursitis und Tendinitis
• Muskelverletzungen
• Ödeme
• Leckdermatitis
• Nervensystemverletzungen und neurologische Erkrankungen
• Osteoarthritis
• Entzündliche Darmerkrankungen
• Katzenasthma
• Postoperative Einschnitte und Narbengewebe
• Akute und chronische Schmerzen
• Nagetiergeschwüre und Katzenakne
• Rhinitis, Sinusitis
• Pododermatitis
• Dermatomyositis
• Pyotraumatische Dermatitis (Hot Spots)
• Trauma
• Gingivitis, Stomatitis und Zahnextraktionen
• Schwanzfrakturen
• Triggerpunkte
• Akupunktur
• Hüftdysplasie
• Zystitis

Die besonderen Eigenschaften des Laserlichts

Der Begriff „LASER“ steht für „Light Amplification by Stimulated Emission of Radiation“, übersetzt heißt das „Lichtverstärkung durch stimulierte Emission von Strahlung“. Ein Lasertherapiegerät kann Strahlung als Fluss von Photonenenergie emittieren.

Lichtspektrum Laser

Dabei ist das Laserlicht eine Form elektromagnetischer Strahlung. Es sollte nicht mit Ultraschall oder anderen Therapien verwechselt werden. Laserlicht hat sowohl elektrischen, als auch magnetischen Charakter. Durch den Einsatz von Lasertherapiegeräten in der Tiermedizin, kann die chemische Struktur von Zellen und Geweben verändert werden.

Die biologische Wirkung einer Lasertherapie

Die von einem Lasertherapiegerät abgegebenen Photonen, können die Zellproliferation und die natürlichen Heilungsprozesse beschleunigen. Durch Laserenergie kann die Freisetzung endogener Substanzen, wie Flavinen und Cytochrom, stimuliert werden, die Teile der Atmungsstruktur der Zelle sind.

Biologisches Fenster bei einer Laserbehandlung

Die absorbierte Lichtenergie wird in freien Sauerstoff umgewandelt, der zum einen die Atmung anregt und zusätzlich die ATP-Produktion in den Mitochondrien des Tieres erhöht.

Durch die verstärkte ATP Produktion, wird die Bildung von DNA und RNA aktiviert, was die Calciumkonzentration im Zytoplasma erhöht. Die dadurch generierte, gesteigerte Zellteilung ist nötig, um den Heilungsprozess zu beschleunigen.

Der entscheidende Faktor für die schnelle, positive Wirkung von LLLT / PBM Lasertherapiegeräten kann man darauf zurückführen, dass die vom Laser generierte Energie direkt in die Zellstruktur abgegeben wird. Dadurch kann die Sauerstoffabsorption durch beschädigte Zellen auf effizientere Weise initiiert werden.

Auswirkungen von Laserlicht in der Tiermedizin

Durch den Einsatz von LLLT Lasertherapiegeräten kommt es bei den zu behandelnden Tieren zu einer Durchblutungssteigerung. Ausgelöst wird diese durch eine Erweiterung der Blutgefäße, eine Erhöhung der Fibroblasten Synthese, eine verstärkte Sauerstoffanreicherung des erkrankten/verletzten Gewebes, eine beschleunigte Kollagen Neubildung, sowie die Bildung von granuliertem Gewebe.

Diese unterschiedlichen Effekte sorgen für eine Verringerung der Entzündung, sowie der Bildung neuer Haut und neuer Gewebestrukturen. Außerdem sorgt eine Lasertherapiebehandlung bei Pferden, Hunden und Katzen für eine positive Beeinflussung der Lymphdrainage.

Lasertherapiegerät für Katzen

Ein wichtiger Faktor bei den Heilungsprozessen von Tieren, ist die Vermeidung einer Sekundärinfektion. Die Stimulierung der Makrophagen Produktion wirkt diesem Risiko entgegen. Laserlicht ist monochromatisch (eine Wellenlänge), kollimiert (minimale Divergenz des Laserstrahls über eine Distanz) und kohärent (alle Photonen bewegen sich in derselben Phase und Richtung).

Durch diese drei Eigenschaften kann der Laserstrahl auf einen bestimmten Bereich des Körpers fokussiert werden, um die Haut zu durchdringen, ohne sie zu erhitzen oder zu beschädigen und mit sehr wenig Nebenwirkungen mit dem zu behandelnden Gewebe zu interagieren.

Die Wellenlänge (in Nm) beeinflusst dabei die Eindringtiefe des Laserlichts, während die Laserleistung (W / mW) etwas über die auf das Gewebe übertragene Energiemenge aussagt. Eine hohe Ausgangsleistung bedeutet, dass eine bestimmte Dosis (Joule) schneller auf das Gewebe übertragen werden kann, da die Energie der Wirkung x Zeit entspricht.

Ein Lasertherapiegerät für die Tiermedizin, wie z.B. der Energy Laser L500Pro, liefert 500 mW, was 5 J / 10 Sek. (0.5 x 10 = 5  J) entspricht.

Sicherheit im Umgang mit Lasertherapiegeräten

Für Tierärzte und Tierphysiotherapeuten, die die Lasertherapie für die Behandlung von Klein- und Großtieren nutzen wollen, sind einige wichtige Sicherheitsaspekte zu beachten.

Um die Augen zu schützen, sind bei Lasern der Klasse 3b Schutzbrillen mit Linsen zu tragen, die auf die spezifische Wellenlänge des jeweils verwendeten Lasers abgestimmt sind. Die Brillen sind dabei sowohl für den Therapeuten, als auch für den tierischen Patienten wichtig, um die Augen zu schützen.

Eine Laserbehandlung sollte nicht bei trächtigen Tieren über der Gebärmutter durchgeführt werden, nicht auf Tumoren, auf Wachstumsfugen unreifer Tiere, auf einer offenen Fontanelle oder auf der Schilddrüse.

Der Therapeut muss sehr vorsichtig sein, wenn das Tier über ein schwarzes Fell oder eine dunkle Haut verfügt, da dies zu einer erhöhten Lichtabsorption und einer damit verbundenen, stärkeren Erwärmung des Gewebes führen kann.

Anwender sollten diese wenigen Sicherheitsregeln berücksichtigen und zusätzlich den gesunden Menschenverstand einsetzen. Dann ist die Verwendung von LLLT / PBM Lasertherapiegeräten in der Tierphysiotherapie völlig harmlos und unkompliziert durchführbar.

Die Lasertherapie hat sich als schmerzlindernde und heilende Therapieform, sowohl für den professionellen Therapeuten, als auch für den privaten Tierhalter bewährt.

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