Ultraschalltherapie Tiermedizin

In der Tiermedizin ist der therapeutische Ultraschall eine der häufigsten physikalischen Therapien, die auf eine solide Evidenzbasis und langjährige Erfahrung zurückblicken kann.

Die Energie des Ultraschalls, die von Ultraschalltherapiegeräten wie dem UltrasoundVet 4000 abgegeben wird, ist mechanischer Natur. Technisch gesehen wird eine Schallwelle, die mit einer Frequenz über 20 kHz (20.000 Schwingungen pro Sekunde) schwingt, als Ultraschall eingeordnet.

Während Pferde (Hörbereich bis 33,5 kHz) und Hunde (Hörbereich bis 45 kHz) deutlich weiter als wir Menschen Schall noch hören können, liegen die in der Ultraschalltherapie verwendeten Frequenzen im Bereich von MHz (Millionen von Zyklen pro Sekunde), und liegen somit deutlich über der Hörfrequenz eines jeden Tieres. Selbst eine Fledermaus hat eine Obergrenze von etwa 100 kHz.

Wenn über ein Ultraschalltherapiegerät im MHz Bereich mechanische Energie im Gewebe erzeugt wird, wird Wärme generiert. Wie hoch die Wärmeentwicklung ausfällt, hängt von der abgegebenen Leistung des Gerätes ab. Wenn auf relativ niedrigem Energieniveaus gearbeitet wird, kann der Ultraschall die Zellaktivität (zelluläre Biostimulation) anregen. Dieser Mechanismus ist in erster Linie für seine Fähigkeit verantwortlich, die Gewebereparatur zu stimulieren [1].

Die am häufigsten in der Tierphysiotherapie verwendeten Frequenzen liegen bei 1 und 3 MHz. Dabei können mit dem bei 1 MHz generierten Ultraschall tiefe Gewebeschichten (bis zu 5 oder 6cm) und oberflächliche Läsionen (bis zu einer Tiefe von ca. 2 cm) mit der 3 MHz Frequenz erreicht werden.

Die Absorption von mechanischer (Wärme-) Energie ist in dichten Geweben auf Kollagenbasis (Sehnen, Bänder, Faszien, Gelenkkapseln und etabliertes Narbengewebe) optimal und in diesen Geweben wirksamer. In der Entzündungsphase wirkt die Ultraschalltherapie nicht entzündungshemmend, sondern stimuliert die für den Auslöser entzündlicher Ereignisse verantwortlichen Zellen, durch die Freisetzung zahlreicher Wachstumsfaktoren, Zytokine und anderer chemischer Botenstoffe [2] [3].

Durch entzündliche Ereignisse geschädigtes Gewebe, kann durch den Ultraschall effizienter und schneller abheilen. Das bietet Tierärzten und Tierphysiotherapeuten einen klaren Vorteil. In der proliferativen Phase (frühe Reparaturphase) kann der Ultraschall Fibroblasten und Myofibroblasten stimulieren. Beide tragen erheblich zur Bildung von neuem Narbengewebe bei.

Darüber hinaus hat sich gezeigt, dass die Ultraschalltherapie die angiogene (neovaskuläre) Reaktion verbessert, die die Zellen, die das neue Narbengewebe (Kollagen) produzieren, wesentlich unterstützt. Beim Umbau dient der Ultraschall dazu, die Orientierung der Kollagenfasern zu stimulieren, was wiederum zu einer größeren Funktionsfähigkeit, Qualität und Reife des Narbengewebes führen kann.

Mit Ultraschalltherapie Geräten kann kein Narbengewebe entfernt werden, aber Ultraschallgeräte können Umgestaltungsprozesse stimulieren und fördern, was zu einer verbesserten Vernarbung mit verbesserter Funktionsfähigkeit führt.

Die wichtigsten Indikationen für Ultraschall in der Tierpraxis

Indikationen für Kleintiere:
– Muskelkontrakturen
– Spondylarthrose
– Narbige Verwachsungen
– Steigerung der Gelenksbeweglichkeit
– Akute Osteoarthritis
– Arthrose / Osteoarthrose
– Tendinitis
– Bursitis

Indikationen für Pferde:
– Steigerung der Gelenksbeweglichkeit
– Muskelkontrakturen
– Osteoarthritis
– Tendinitis
– Bursitis
– Narbige Verwachsungen

Quellennachweise:
[1] Nussbaum, E. 1997, Ultrasound: to heat or not to heat – that is the question. Phys. Ther. Rev. 2(2): 59–72.

[2] Watson, T. 2008, Ultrasound in contemporary physiotherapy practice.Ultrasonics 48(4): 321–329.

[3] Watson, T., Young, S. 2008, Therapeutic ultrasound. In: Watson, T. (ed.), Electrotherapy: Evidence Based Practice. Churchill Livingstone/ Elsevier, Edinburgh.

Bildquelle: © ALEXEY KORNYLYEV – 123rf.com

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